Patrouille des Glaciers 2026

Dem Mythos auf der Spur

Autor
Daniel Bauchervez
Urheberrechte ©
Pascal Gertschen | Gérard Berthoud
Veröffentlichung
Februar 2026

Das berühmteste Skitourenrennen der Schweiz von Zermatt (oder Arolla) nach Verbier geht vom 13. bis 19. April 2026 zum 25. Mal über die Bühne. An der Spitze steht ein neuer Kommandant aus der Romandie. Wir haben Brigadier Yves Charrière getroffen.

Rund 1600 Dreierseilschaften, 57,5 Kilometer Streckenlänge im Hochgebirge bzw. 110 Leistungskilometer und eine positive Steigung von 4386 Höhenmetern: Die Patrouille des Glaciers (PdG) meldet sich in ihrer ganzen Härte zurück und verspricht einmal mehr Schweiss, Durchhaltewillen, Erschöpfung, Solidarität und Emotionen. Im Visier der ambitioniertesten Teams: die 2018 von einer italienischen Seilschaft aufgestellte Bestzeit von 5 Stunden, 35 Minuten und 27 Sekunden. 

Brigadier Charrière, Sie haben diesen Sommer Brigadier Sieber an der Spitze der Patrouille des Glaciersabgelöst. Was hat Sie dazu bewogen, die Aufgabe zu übernehmen? Ich weiss nicht, welche Überlegungen den Bundesrat überzeugt haben, mich auf Vorschlag der Armee als Nachfolger einzusetzen. Ich freue mich aber und fühle mich geehrt, dass die Wahl auf mich gefallen ist. In meinen über 35 Dienstjahren hatte ich verschiedene Funktionen und Kommandos inne, unter anderem im Stab grosser Divisionen. 2018 wurde ich zum Höheren Stabsoffizier ernannt und war stellvertretender Kommandant der Territorialdivision 1 (Anm. d. Red.: Sie umfasst die sechs Westschweizer Kantone und den Kanton Bern). Daneben habe ich mein eigenes Ingenieurbüro mit rund 20 Mitarbeitenden geleitet und ausgebaut. Ich stehe dem Verwaltungsrat weiterhin vor, auch wenn ich keine operative Rolle mehr ausübe. Zudem bin ich Gemeindepräsident von Aubonne. Diese Kombination aus militärischer, wirtschaftlicher und politischer Erfahrung kann ich bestimmt auch als Kommandant der Patrouille des Glacierseinsetzen.

Welche Gefühle hat die Ernennung in Ihnen ausgelöst? Ich bin stolz und geehrt, gehe aber auch mit Demut und Respekt an die Aufgabe heran. 

Sind für die Ausgabe 2026 der PdG Änderungen geplant? Mein Vorgänger, Brigadier Sieber, hatte die Planung der PdG 2026 bereits bestens vorbereitet, ich habe seine Arbeit lediglich fortgeführt. An der kommenden Austragung werden die Frauen erstmals in einer separaten Rangliste gewertet und die Zusammenarbeit zwischen der Armee und der Stiftung Patrouille des Glaciers wurde verstärkt. Abgesehen davon wird es keine spektakulären Neuerungen geben. Wir setzen vielmehr auf kontinuierliche Verbesserungen. In diesem Sinne optimieren wir die Sicherheit auf der Strecke, den Service für die Teilnehmenden sowie die Zusammenarbeit mit den gastgebenden Gemeinden und natürlich mit den Dienstleistern. Im Mittelpunkt steht jedoch stets die Truppe. Ihr Einsatz an der PdG ist Teil der militärischen Ausbildung und soll ihr einen Mehrwert bringen. Dieser Aspekt liegt mir besonders am Herzen. Die PdG ist und bleibt ein militärisches Rennen. Sie steht zwar auch zivilen Teams offen, dient aber in erster Linie der Hochgebirgsausbildung unserer Stäbe und Truppen.

pdg.ch