Alain Stettler und Philippe Seguret
Grosse Sieger der Translémanique 2026
Philippe Seguret setzte sich am Steuer der Psaros 33 Pro Yachting Nivose nach gesegelter Zeit durch. Gesamtsieger nach korrigierter Zeit wurde jedoch Alain Stettler vom Thunersee Yacht Club, der damit seinen Vorjahressieg an Bord seiner Melges 24 db bestätigt.
Der Gesamtsieger der Translémanique en Solitaire sieht die Einfachheit und die unkomplizierte Handhabung seiner Melges 24 als seinen grössten Trumpf.
Die 53. Ausgabe der Translémanique en Solitaire hielt, was sie versprach: eine hochklassige, intensive und bis zur letzten Sekunde hart umkämpfte Regatta voller Wendungen und Überraschungen.
Nach einem Start bei sehr leichten Windverhältnissen frischte der Westwind allmählich auf und erreichte bis zu 25 Knoten. Die Flotte konnte dadurch mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Le Bouveret segeln. Auf dem Rückweg herrschte zunächst ein leichter Südwestwind, der im Laufe des Abends von nächtlichen thermischen Brisen abgelöst wurde.
Nachdem Alain Stettler vom Thunersee Yacht Club bereits im vergangenen Jahr triumphiert hatte, bestätigte er erneut sein ausgezeichnetes Verständnis für den Genfersee und setzte sich am Steuer seiner Melges 24 überzeugend durch. Zur Rennhälfte noch auf Rang 13, beendete er die Regatta schliesslich auf dem 14. Platz der Gesamtwertung nach gesegelter Zeit – 1 Stunde und 22 Minuten hinter Philippe Seguret, dem Sieger nach gesegelter Zeit. Nach 16 Stunden und 38 Minuten Rennzeit reichte dieser geringe Abstand zum Gewinn der Challenge Tuiga. Sie wird dem Sieger nach korrigierter Zeit verliehen und zeichnet die besten Leistungen unabhängig von Grösse und Preis der Boote aus.
„Ich freue mich sehr über diesen erneuten Sieg“, erklärte der Sieger. „Für mich ist es ein echtes Abenteuer, auf dem Genfersee Regatta zu segeln. Das Boot muss zunächst auf der Strasse transportiert werden, danach gilt es, diesen See zu entdecken … Ich habe immer davon geträumt, an der Translémanique en Solitaire teilzunehmen. Sie stand auf meiner Bucket List. Auf dem Thunersee gibt es nichts Vergleichbares.“
Alain Stettler führt seinen Sieg auf die Einfachheit seines Bootes zurück. „Es ist ein einfach zu segelndes Boot: Ich habe nur eine Fock und einen Spinnaker, deshalb gibt es bei der Wahl des Materials nie irgendwelche Zweifel. Um mich herum sah ich Konkurrenten die Segel wechseln, vom symmetrischen auf den asymmetrischen Spinnaker wechseln – und bei starkem Wind gerieten sie oft in grosse Schwierigkeiten.“
Alain Stettler ist auf dem Genfersee noch relativ unerfahren, verfügt jedoch über grosse Regattaerfahrung: zwei vorolympische Kampagnen im 470, internationale Melges-24-Wettkämpfe, Match Racing sowie Rennen der Swiss Sailing League. „Ich freue mich, nach korrigierter Zeit gewonnen zu haben“, fasst er zusammen. „Aber eigentlich gefällt mir die Wertung nach gesegelter Zeit besser. Dafür müsste mir allerdings jemand eine Psaros 33 leihen …“
Die Psaros 33 dominierten das Rennen und belegten die ersten sechs Plätze der Wertung nach gesegelter Zeit. Der Sieger Philippe Seguret, Skipper der Pro Yachting Nivose, überquerte die Ziellinie um 00:46:15 Uhr. Er lag 3 Minuten und 43 Sekunden vor Luc Munier auf der Carpediem Cube und 9 Minuten und 34 Sekunden vor Nicolas Baudu auf der Eole 7.
„Ich bin sehr glücklich, es war ein grossartiges Rennen“, erzählte er. „Die Fahrt in Richtung Le Bouveret war wirklich intensiv. Mehrmals tauchte der Bug tief ins Wasser ein und ich nahm einiges an Wasser an Bord … Auf dem Rückweg kontrollierte ich meinen nächsten Konkurrenten, die Eole 7. Gegen Ende des Rennens bekam ich jedoch einen echten Schrecken, als Luc Munier plötzlich unmittelbar vor dem Ufer auftauchte. Er hätte mich beinahe noch überholt, aber ich konnte die Ziellinie gerade noch vor ihm überqueren.“
Luc Munier, der bereits zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz belegte, freute sich besonders über den taktischen Schachzug, mit dem er Nicolas Baudu direkt vor seinem Haus in La Belotte noch auf den zweiten Rang verdrängen konnte. „Es stimmt, ich kenne diese Gegend gut“, bestätigte er. Der aufregendste Moment des Rennens war jedoch eindeutig die Fahrt in Richtung Le Bouveret. „Es war grossartig und wirklich ‚heiss‘. Zeitweise hatten wir 25 Knoten Wind und ich beschloss, den Spinnaker zu bergen. Da wurde mir bewusst, dass ich nicht mehr zwanzig bin … Die Passage bei Le Bouveret verlief danach wie gewohnt: völlig unberechenbar.“
Genau dort wurde die Regatta jedoch entschieden. Alexandre de Weck, Skipper der Katana, lag zu diesem Zeitpunkt mit grossem Vorsprung in Führung, blieb jedoch wenige Kabellängen vor der Boje lange in einem Windloch hängen und musste zusehen, wie seine Konkurrenten einer nach dem anderen an ihm vorbeizogen. Als er schliesslich wieder Wind bekam und die Marke passierte, waren seine Konkurrenten bereits davongezogen.
Auf allen Ebenen der Flotte und in sämtlichen Kategorien kam es zu packenden Duellen. Die beliebteste und vermutlich auch am härtesten umkämpfte Klasse, die Surprises, gewann Marius Lanz vor Arnaud Machado und Renaud Stitelmann.
Olivier de Cocatrix gewann auf der Magicopapacarlo die Klasse TCF2, während Christian Monachon auf seiner 6.5 SI Ondine die Klasse TCF4 für sich entschied. Charlotte Frei gewann schliesslich auf ihrer 6.5 SI Gwinn Gwenn die Challenge Ella Maillart, die der schnellsten Frau nach korrigierter Zeit verliehen wird.