Juvet
der Natur ganz nah
Oslo ist sieben Autostunden entfernt. Rund herum nur Fjorde. Eingebettet in eine der schönsten Landschaften Skandinaviens holt das Hotel Juvet die Natur in seine Zimmer. Oder sindes doch eher die Zimmer, die sich in die Natur einladen?
«Leave the world behind you», lautet der Slogan. Wo, wenn nicht hier? Im norwegischen Valldal gibt die Natur den Ton an, der Mensch wird lediglich geduldet. Auf der einen Seite reisst der UNESCO-geschützte Geirangerfjord eine blaue Schneise in die mächtigen Berggipfel, von denen sich unzählige Wasserfälle talwärts stürzen. Auf der anderen Seite windet sich der Trollstigen («Trollpfad») in einer spektakulären Abfolge von Haarnadelkurven zur Passhöhe Stigrøra hinauf. Die Bergstrasse ist jeweils nur in einem kurzen Zeitfenster, meist zwischen Ende Mai und Oktober, befahrbar. Dreht man auf halber Strecke den Kopf, erblickt man die Gischtwolke des 320 Meter hohen Stigfossen, der tosend in die Tiefe rauscht.
Experimentelle Architektur
In dieser sagenhaft schönen Umgebung stehen talaufwärts die sieben kubistischen Designunterkünfte des Landscape Hotels Juvet auf massiven Stahlstreben. Sieben entrückte Welten im Nirgendwo zwischen dem borealen Wald und dem Fluss Valldøla. Durch die Glasfronten ist nichts anderes zu sehen als die atemberaubende Wildnis. Hier fühlt man sich eins mit der Natur. Im Kontrast mit den dunkeln Zimmern spielt sie ihr ganzes Repertoire durch – einmal stürmisch und vom Blizzard gepeitscht, dann wieder sanft und idyllisch im unwirklichen Licht der Mitternachtssonne.
Auf der Suche nach Inspiration? Die Writer’s Lodge (70 m2) empfängt kreative Köpfe mit Ansprüchen an Komfort und Raum. Auch sie gibt den Blick frei auf die unberührte Landschaft, die manchmal in Nebel gehüllt, manchmal in ein geheimnisvolles Licht getaucht mystische Züge annimmt.
Ähnlich wie die Nester des hier heimischen Steinkauzes stehen etwas erhöht die beiden minimalistischen Bird Houses. Auf reduziertem Raum von nur acht Quadratmetern geniessen die Gäste in dieser modernen Interpretation norwegischer Blockhütten höchste Privatsphäre. Vom Bett aus blickt man auf die Taiga. Das gelbe Laub der Birken wirbelt in der Herbstluft, die Farne haben sich bräunlich verfärbt und die Heidelbeersträucher werden langsam rot. Auf den Felsen wächst sattgrünes Moos.
Draussen bäumt sich die Natur mit letzter Kraft gegen die schleichende Dämmerung auf. Drinnen lässt man sich im höhlenartigen Bath House mit Blick auf das friedliche Flusstal verwöhnen. In dieser Wohlfühl-oase aus Sichtbeton und Glas verströmt die Sauna ihre brutale Hitze. Danach ruht man sich im Silent Room aus oder bewundert im Hot Tub den Sternenhimmel.
Ein Stück Norwegen
Da wir leider nicht von Liebe und Luft leben können, sorgt The Barn für das leibliche Wohl. In der ehemaligen Scheune des 100 Jahre alten Bauernhauses in Burtigarden essen die Gäste gemeinsam an einem langen Tisch. Der Kuhstall wurde in ein Esszimmer, der alte Heuladen in eine Lounge und der Schweinestall in eine Küche verwandelt. Dort wird saisonal gekocht und feinster geräucherter Lachs und zartestes Rentiersteak serviert. Die Eier wurden keine 30 Meter weiter gelegt und der Apfelsaft stammt aus dem Tal. Farm to table, wie es bei den Engländern heisst.
In der Nähe erwartet Sie noch mehr Natur: die grossen Weiten des Reinheimen-Nationalparks, die Schlucht Gulbrandsjuvet für einen Canyoning-Nachmittag und die Stromschnellen des Valldøla für einen Raftingausflug. Schon bald überziehen sich die majestätischen Sunnmøre-Alpen mit genügend Schnee fürs Skifahren und Schneeschuhlaufen zwischen Himmel und Bergen.