Hotel Phum Baitang

Oase vor den Toren Angkors

Autor
Zannier Hotels
Urheberrechte ©
Claude Hervé-Bazin
Veröffentlichung
September 2018

In den Vororten von Siem Reap erhascht man einen Blick auf die vordersten Tempel Angkors, darunter auch den von einem quadratischen Wassergraben umrahmten Angkor Wat. Ähnlich begrenzt ist der weitläufige Park des Hotels Phum Baitang, nur das hier nicht Wasser, sondern Reis- und Zitronengrasquadrate den Raum umgeben. Auf dem wohl besten Stützpunkt für eine Erkundung der Tempelanlage nächtigen die Gäste in 5-Sterne-Villen, die aussehen wie traditionelle Häuser.

Das Phum Baitang ist mehr als ein Luxushotel. Im Sinne seiner Khmer-Bezeichnung präsentiert es sich als „grünes Dorf“ der ganz besonderen Art. Die Anlage erstreckt sich über drei Hektaren Land mit unzähligen Gärten, Plantagen und Reisfeldern. Sie sind über Pfade und Holzstege miteinander verbunden und bilden je nach Jahreszeit grüne bis strohgelbe geometrische Formen. Palmyra-palmen setzen augenfällige Akzente, einige Ravenala, besser bekannt als Bäume der Reisenden, ziehen den Blick auf sich, und Wasserbüffel, die zum Pflügen eingespannt werden, sorgen für Exotik.

Früh morgens verteilt das Hotelpersonal Lotusblüten in Becken aus patiniertem Holz. Bei so viel lieblicher Schönheit fühlt man sich wie aus der Zeit gefallen. Das Knattern der Tuk-Tuk, die ihre Gäste zu den alten Tempeln karren, löst sich im Nu im Nichts auf. Zurück bleiben nur das Säuseln des Windes und das Zwitschern der Vögel.

Poesie eines traditionellen Hauses
Auf einer 50 Meter langen, schnurgeraden Teak-Terrasse stehen akkurat aufgereiht Liege-
stühle und robuste Sonnenschirme. Neben diesen strengen Linien wirken die sanften Wellen des Infinity-Pools wie ein poetischer Gegenpol. Sein Wasser, in dem sich Himmel und Bäume spiegeln, scheint sich sanft ins Reisfeld zu entleeren. Dazwischen flattert der weisse Stoff einer mit Stroh bedeckten Bale zaghaft in der schwül-tropischen Brise.

Eigentlich kommen die Gäste auch gut ohne diese Tagesliegen aus, denn alle 45 Pfahlvillen des Phum Baitang verfügen über eine eigene Terrasse oder einen kleinen Garten mit Relaxzone. Zwanzig haben sogar einen Privatpool in Form eines rechteckigen, von schattenspendenden Betelnusspalmen und Indischem Blumenrohr umrahmten Steinbeckens.

Vom Pool führt eine kurze, breite Holztreppe zur geräumigen Villa. Sie gleicht einem traditionellen kambodschanischen Haus, das mit Glasfronten und modernem Komfort veredelt wurde. Holzsäulen treffen auf hochwertige Parkettböden und hohe Räume, in denen die Luft gut zirkulieren kann. Im Badezimmer laden eine romantische Insel-Badewanne und Lampions zu Momenten der Zweisamkeit ein. Abends, wenn der Park in der Dunkelheit verschwindet, werden die traditionell gearbeiteten Holzläden geschlossen.

Tempel der Entspannung
Im „Spa Temple“ des Phum Baitang lösen sich Muskelverspannungen und stressbedingte Symptome unter den erfahrenen Händen der Masseure in Nichts auf. In sieben grossen Luxusboxen werden die Gäste nach allen Regeln der Kunst mit verschiedenen Behandlungen verwöhnt. Für noch mehr Wohlbefinden stehen eine Sauna und ein Hammam, ein Relaxbereich und ein Yoga-Pavillon zur Verfügung.

Entspannt erreicht man in wenigen Schritten eines der beiden Hotelrestaurants. Das Bay Phsar begeistert mit einer eleganten, traditionell kambodschanischen Küche. Die Karte ist überraschend klein … und überraschend anders. Fertige Speisevorschläge findet man keine. Das Essen wird gemeinsam mit dem Koch zusammengestellt. Er verarbeitet Meeresfrüchte, Fleisch, Nudeln und frisches Gemüse aus dem Hotelgarten oder dem benachbarten Biohof nach Lust und Laune der Gäste zu Woks, Suppen oder Grillgerichten. Für die nötige Würze sorgen grüne Papaya, Sojasprossen, Koriander, Pfefferschoten, Erdnüsse, Süsswassercrevetten, Zitronengrassirup, Kokoscrème, gerösteter Sesam und der neue Superfood Pandan. Der Reis wächst auf den Feldern direkt vor den Augen der Gäste.

Wer mag, kann den Abend in der im klassischen Kolonialstil gehaltenen Cigar & CocktailLounge ausklingen lassen, bevor er sich in seine Gemächer zurückzieht und dort in den kuscheligen Betten in schöne Träume versinkt. Man könnte beim Aufwachen glatt vergessen, dass die Angkor-Tempel so nahe sind.

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